Das ewige Lied vom Market-Timing

Auto 2 ist für einen guten Preis verkauft worden und der Erlös ins Depot geflossen. Zudem sind wieder Sparraten und Ausschüttungen sowie eine Steuerrückzahlung eingegangen. Unterm Strich bin ich bei meiner angepeilten Aufteilung:

60% Aktien global, aktuell ca. 60%
30% Schwellenlandanleihen, aktuell ca. 31%
10% REIT global, aktuell ca. 9%

Die Brutto-Ausschüttungen sollten aufs Jahr gesehen in etwa meine Monatskaltmiete machen. Damit ist ein kleiner Meilenstein erreicht. Die Börsen sind aktuell ja auf Rekordfahrt. Der schwache Euro tut sein übriges. Dollar-Anleihen verteuern sich, dafür sind die Ausschüttungen etwas höher. Bin gespannt, wie es in diesem Jahr weitergeht.
Die nächsten Nachkäufe sind nochmal Immobilien und Anleihen ETF, dann eventuell etwas Gold.

So weit die Lage bis Ende Februar. Dann kam Corona und hat natürlich auch mein Depot erfasst.
Der Höchststand im Depot war am 19.02.2020 mit Allzeithoch. Danach ging es quasi stetig bergab. Absolut gesehen habe ich bisher gut 20% verloren. Leider habe ich im Moment keine freien Barmittel um Nachzukaufen und ein wenig ärgere ich mich schon, so nah vor dem Absturz kräftig eingekauft zu haben. Das Auto wäre tatsächlich ein Stabilitätsanker im Depot gewesen, hätte jedoch weiterhin Kosten verursacht und wäre wohl mittelfristig aufgrund der globalen Vermögensverluste eher schwieriger zu verkaufen gewesen. Wäre wäre Fahradkette.

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1-Jahres Performance laut Portfolio Performance, Q4/19 und Q1/20. Schwarz das Depot. Helles violett Aktien ETF (Vanguard), dunkles violett Ishares EMBI. Hier sieht man, dass die Schwellenlandanleihen praktisch keine stabilisierende Wirkung im Depot entfalten.

Wie reagieren meine ETF: Im Prinzip alle gleich. Die Unterschiede sind gering. Ja, der Aktien-ETF verliert mehr (ca 22%) als die Anleihen (ca. 13%) oder die REITs (15-20%), aber die Unterschiede sind kaum der Rede Wert. Vor allem gibt es keine Position im Depot die stabil bleibt oder gar an Wert gewinnt. Diesen Negativtrend verstärkt der schwächelnde Dollar.
Auch an meiner meiner Depot-Zusammensetzung hat sich prozentual kaum etwas verändert. Die Schwankungen sind im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

 

 

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Depot am 11.03.2020

Vielleicht ist das für die Zukunt eine Lehre: In guten Zeiten mehr Cash auf dem Tagesgeld bzw. Verrechnungskonto und etwas Gold ins Depot. Das Problem: Jetzt muss man natürlich die gefallenen Werte kaufen, d.h. Aktien.
Und: glücklicherweise brauche ich das Geld im Depot im Real-Life nicht, d.h. ich muss nichts verkaufen um etwa eine Anzahlung für eine Immobilien zu tätigen. Das wäre jetzt ein sehr teurer Luxus.

Und noch etwas: Die Märkte sind unberechenbar. Anfang des Jahres hatte ich erwartet, dass sich der positive Trend fortsetzt. Aber klar war auch, dass die Kurse überbewertet sind und es nach so einer langen Ralley zu einer deutlichen Kurskorrektur kommen muss. Nur, dass ein Virus der Auslöser sein wird, damit hat wohl niemand gerechnet. Risiko kommt immer aus einer Richtung aus der man es nicht erwartet.

Es heißt geduldig bleiben. Konsequent die Sparraten weiterführen und sich über niedriger Einstiegskosten freuen. Was wird passieren: Keine Ahnung. Ich denke es kann nochmal 10-15% runter gehen. Verkaufen werde ich nicht.

 

Ein Gedanke zu “Das ewige Lied vom Market-Timing

  1. finanzjongleurblog schreibt:

    Sehr guter Artikel, auch wenn du tatsächlich das Negativbeispiel erwähnst. Meist aber so, gerade wenn man groß investiert bzw. einkauft, dann bricht der Markt ein. Die Frage ist, wie weit geht es runter und wie kann man am besten „nachschießen“. Wichtig ist, dass man den Sparplan immer weiterlaufen lässt 🙂
    Viele Grüße
    Chris

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