Venezuela, Vanguard und Auto 2

Zum Jahresende wird Bilanz gezogen. Was hat geklappt? Was lief nicht wie geplant?

Die absolute Katastrophe war die Venezuela Pleite Anfang des Jahres. Hier kann man nur lernen adäquates Risikomanagment zu betreiben und Einzeltiteln keine allzugroßen Positionen im Depot einzuräumen. Die Kapitalerträge (Ausschüttungen und thesaurierte Erträge) werden den Verlust wohl knapp übertreffen. Das weiß ich jedoch erst, wenn es entsprechende Bescheinigungen über thesaurierte Erträge vom Broker gibt. Nebenbei gilt es in Zukunft moralisch fragwürdige Investments genauer zu überdenken oder am besten gleich sein zu lassen. Es gibt genügend andere Möglichkeit sein Geld sinnvoll und mit ausreichender Rendite anzulegen.

Die Sparrate lag 2018 bei rund 40%. Absolut war der Zielbetrag bereits im September erreicht. Der Net-Worth ist zum Jahresende ungefähr wie prognostiziert, wobei ich mir recht konservative Prognosen angewöhnt habe und natürlich der Bärenmarkt auch mein Depot erwischt hat. Die Rendite dieses Jahr war irgendwo um -3%, abschliessende Zahlen fehlen jedoch noch. Auch solche Jahre gibt es.

In der Abrechnung des Brokers waren dieses Jahr Überziehungszinsen ausgewiesen, die ich mir nicht erklären konnte. Der Support der Consorsbank war hilfsbereit: Durch eine größere Transaktion (siehe weiter unten im Text) war das Verrechnungskonto für 3 Tage im Soll, da Transaktionen normalerweise erst 2-3 Tage valutarisch dem Konto gutgeschrieben werden. Den entsprechenden Betrag hatte ich jedoch sofort vom Konto abgezogen, so entstand die Überziehung. Wenn das Geld auf dem Verrechnungskonto bleibt und hiermit direkt neue Investitionen getätigt werden, fallen wohl keine Zinsen an, so wurde es mir zumindest versprochen. Wieder etwas gelernt.

Eine aus finanzieller Sicht risikoreiche Anschaffung war ein 2. Auto im November, für das ich einen wesentlichen Teil meiner Anleihen verkauft habe. Geplant ist eine kurze Haltedauer, 1-2 Jahre und anschliessend ein Verkauf zum Einkaufspreis (der Preis war gut), vielleicht lässt sich sogar noch etwas Gewinn erzielen. Das Fahrverhalten ist sportlich, Verbrauch und Unterhalt jedoch auch. Ich bin gespannt, wie sich das Projekt in den kommenden Monaten entwickelt. Bisher hatte ich jedenfalls viel Spaß, wenig Ärger und habe es nicht bereut, mir diesen teuren Traum erfüllt zu haben.

Was kommt 2019?

Ich denke mitunter stürmische Zeiten an den Kapitalmärkten. Ich kann mir gut vorstellen, dass es innerhalb der ersten Monate zu einem weiteren Kursabschwung kommt. Insgesamt rechne ich doch zum Ende des Jahres mit einem leichten Kursplus.

Zum Jahresanfang habe ich den Bärenmarkt genutzt um meine zwei thesaurierenden Ishares Fonds (MSCI World und Emerging Markets) in eine Vanguard FTSE All World umzuschichten. Die TER ist unterm Strich etwas höher (0,25% statt zuvor 0,19% und 0,18%), dafür schüttet der Fonds quartalsweise aus. Dabei gelang mir sogar dem Markt ein Schnippchen zu schlagen: Morgens bei fallenden Kursen umgeschichtet und am Tagesende stand ein kleines Plus hinter der Abrechnung. War natürlich Glück. Mit der Umschichtung fallen zudem jegliche alten Steuerprobleme unter den Tisch. Ich bin zufrieden.
Aber beachte: Trotz kurzer Haltedauer (maximal 2 Jahre) wurden recht viele Erträge thesauriert und versteuert. Ich gehe, davon aus, dass eine Gegenrechnung der Kursverluste mit den thesaurierten Erträgen in den kommenden Tagen noch stattfindet. Ansonsten muss ich bei der Consorsbank nachhaken.

An meiner Strategie wird sich nicht viel verändern. Ganz wesentlichen Einfluss auf die Vermögensentwicklung wird Auto 2 haben. Gelingt ein guter Verkauf ist eine Art Bonus drin. Kommen teurer Reparaturen entsteht ein Minus. Vom Erlös sollen Anleihen oder REITS gekauft werden.
Ich werde weiter jeden Monat rund 40% auf die Seite legen und vorerst Aktien kaufen (aktuell liegt die Aktien/Anleihen Quote bei 66 zu 36%, wobei ich hinzufügen sollte, dass Auto 2 hier nachwievor dazuzählt). Ziel bleibt die 70/30 Allokation.
Prognosen sind immer schwierig, aber sie können eine Art Ziel sein. Wenn meine Berechnung einigermaßen stimmen, sollten zum Jahresende 2019 ein Vermögenszuwachs von rund 15% möglich sein.

Bei allen Leserinnen und Lesern bedanke ich mich fürs Vorbeischauen im Jahr 2018. Die Leserzahlen sind dieses Jahr rückläufig, was sicher auch daran liegt, dass ich nicht besonders häufig schreibe. Da ich kein kommerzielles Interesse mit dem Blog verfolge, werde ich auch weiterhin nur dann Artikel schreiben, wenn ich den Eindruck habe, es gibt etwas relevantes zu berichten.

Allen die dennoch vorbeischauen wünsche einen guten Start ins neue Jahr, ein glückliches Händchen und die nötige Geduld beim Investieren!

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