Buy me!

Apple hat still und heimlich sein Laptop-Portfolio aktualisiert. Die Macbooks sind schneller und haben eine Tastatur die jetzt wohl besser gegen Krümel gesichert ist. Ein schönes Produkt, wäre da nicht der hohe Einstiegspreis von 2799€ für das „Basismodell“ mit 15,4 Zoll.

Ich bin kein Apple Fanboy und nutze selbst einen Windows 10 PC, den ich nicht missen möchte. Aber die am häufigsten genutzten Gegenstände, ich ich besitze sind mein Iphone und ein Macbook Pro aus dem Jahr 2013. Das Ding hat eigentlich immer funktioniert, ist schlank, schnell, fährt schnell hoch und runter. Ich bin damit sehr zufrieden. Brauche ich einen neuen Laptop? Nein, der alte funktioniert einwandfrei. Den Hexacore mit 4,1Ghz Turboboost und die 8 GB mehr RAM würde ich im Alltag kaum bemerken. Ich nutze den Laptop vor allem für Surfen, Schreiben und gelegentliche Bildbearbeitung. Das Problem ist, ich will einen neuen kaufen.

Ich lese aktuell das Buch „Early Retirement Extreme“ von Jacob Lund Fisker (http://earlyretirementextreme.com/). Jacob Lund Fisker ist ein dänischer Softwareingenieur aus den USA, der sehr sparsam lebt und wohl mit ca 300.000 USD früh in Rente gegangen ist. In seinem lesenswerten Buch kritisiert er die US-Amerikanische Konsumgesellschaft und plädiert für mehr Nachhaltigkeit. Er behauptet, man könne gut mit dem Viertel eines durchschnittlichen Mittelklasseeinkommens leben. Man findet keine besonders hilfreichen Investment-Tipps in seinem Werk (die einzige, die erwähnt wird ist „Dogs of the Dow“), aber er weiß mit seinen scharfen Analysen dem Leser ins Gewissen zu reden. Er wäre der letzte der 2800€ für einen Laptop ausgeben würde.

Wenn ich meine Investitionen in diesem Jahr anschaue, stelle ich fest, dass ich knapp über dem Soll bin. Das war jedoch nicht besonders schwierig. Mein Einkommen war höher als erwartet und ich habe mir angewöhnt sehr konservative Prognosen und Sparziele auszurufen. Es wäre also mehr drinn gewesen. Wenn ich nun anschaue, wo das ganze „überflüssige“ Geld geblieben ist, so stelle ich fest, dass es vor allem in hohe Einmalausgaben geflossen ist. Hier ein neues Fahrrad, da ein teurer Urlaub, die neuen Kopfhörer, Skier… Es sind nicht die planmäßig anfallenden Ausgaben, die meine Sparrate drücken. Es sind die mehr oder weniger außerplanmäßigen Konsumanschaffungen und Wunscherfüllungen.

Bildschirmfoto 2018-07-09 um 18.15.28

Monatsrenditen des Portfolios, exkl. ca. 2% Ausschüttungsrendite p.a.

Mein Depot besteht im Wesentlichen nur noch aus 2 Fonds. Die Ziel-Allokation von 70/30 konnte ich einigermaßen konstant halten. Die Ausschüttungen aus dem EMBI-ETF werden allmählich mehr. Durch die Verluste der Venezuela Bonds kommt auch alles brutto wie netto an. So kann ich den Verlusten noch etwas positives abgewinnen.

Bildschirmfoto 2018-07-09 um 18.39.19

Insgesamt bin ich nachwievor von beiden Produkten überzeugt. Das Depot hat aber mittlerweile eine Größe erreicht, die eine Ergänzung verträgt. Mir scheint es sinnvoll, einen kleinen Teil EM-Market Aktien und Immobilien hinzuzufügen (jeweils ca. 10-15%).
In der näheren Auswahl stehen der iShares Core Emerging Markets und der iShares Developed Market Property Yield  sowie der Vanguard Real Estate ETF. Mal schauen, was es wird. Gekauft wird frühestens im August. Für Tipps eines globale REIT ETF bin ich dankbar. Die Auswahl an in Deutschland zugelassenen Produkten ist diesbezüglich relativ gering (vgl. Wertpapier-Forum).

Das Sparen und Anlegen soll ja ganz unterschiedlichen Zwecken dienen. Altersvorsorge, Urlaub, Auto, finanzielle Unabhängigkeit. Die vielen Finanzblogs können den Lesern oft nur wenig unterschiedliche Strategien vermitteln. Was außer Indexing kann man langfrisitig schon wirklich empfehlen? Die aus meiner Sicht größten Unterschiede findet man zwischen den Zeilen, wenn’s um die Ausgaben und den Lifestyle geht.
Eine Sparrate von 70% und mehr schaffen die Wenigsten. Ich im übrigen auch nicht. Ich könnte leicht sagen, es liegt daran, dass ich zu wenig verdiene. Der tatsächliche Grund ist aber, dass ich zu viel ausgebe und nicht bereit bin, auf einen gewissen Komfort, man könnte auch Luxus sagen, zu verzichten.
Die Excel-Sparraten-Rendite-Prognose sagt sehr wenig über die echte Portfolioentwicklung aus. Was am Ende zählt, ist die Real-Life Rendite.

 

 

Bildquelle:
www.apple.de

 

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s