Kapitalerträge und Steuererklärung *Gääähn*

Leider kam die Steuerbescheinigung meines Brokers recht spät, sodass ich erst jetzt eine Steuererklärung abgeben konnte.
Zum vorletzten Mal musste ich in meiner Steuererklärung Kapitalerträge eines ausländischen, thesaurierenden Fonds angeben und somit nicht ausbezahlte Gewinne versteuern. Zum vorletzten Mal, weil sich ab 2018 die Besteuerung ändern wird und damit 2017 die letzte Steuererklärung nach dem alten Modell durchgeht.

Die Steuererklärung ist für mich zwingend abzugeben, weil ich einen thesaurierenden, ausländischen Investmentfond (iShares MSCI World WKN: A0RPWH) im Depot habe, dessen Erträge mit der Steuererklärung am Jahresende versteuert werden müssen.

Geschäftsjahresbeginn des ETF ist der 01.07 in diesem Fall 2015, Geschäftsjahresende der 30.06.2016. Im November 2016 habe ich von der Consorsbank den Bescheid über die Thesaurierung erhalten: 0,996794 USD pro Anteil bei einem Kurs von ca 40-42 USD. Das heißt, dass im Fonds grob 2-3 Prozent Gewinne anfallen, die direkt wieder angelegt werden.
An diesem Betrag hat sich auch im Steuerbescheid, der erst vor ein paar Tagen kam, nichts verändert. Es wurden die Anteile berücksichtigt, die zum Geschäftsjahresende des Fonds (30.06.2016) im Depot lagen. Das heißt für alle Anteile, die nach dem 30.06.2016 erworben wurden, muss die Thesaurierung in der Steuererklärung 2017 angegeben werden. Alles ein wenig verwirrend und umständlich.
Das ist vor allem für diejenigen interessant, die nach Geschäftsjahresende viele Anteile kaufen, und sich dann wundern/freuen/enttäuscht sind, dass so wenig Gewinn innerhalb des Fonds anfallen. Da sollte man schon an die Steuererklärung im nächsten Jahr denken und bei größeren Summen Reserven bereit halten.

Abschließend lassen sich für 2016 noch ein paar Zahlen berechnen.
Die Kapitalerträge betrugen gemessen am Jahresendstand des Depots 4 % brutto bzw. 3,22% netto (thesaurierten Beträge des MSCI World sind hier und im Folgenden berücksichtigt). Das ist auf den ersten Blick nicht viel.

Woran liegt das?
Zum einen liegt es, wie bereits oben erwähnt, daran, dass die thesaurierten Beträge für alle Anteile die nach dem 30.06.2016 erworben wurden nicht berücksichtigt sind, jedoch voll im Jahresdepotentstand auftauchen. Zum anderen daran, dass ich vor allem in der 2. Hälfte des Jahres 2016 verhältnismäßig viel investiert habe, die Aktienkurse angezogen haben und die Erträge damit im Verhältnis zum Depotstand klein erscheinen.

Im Verhältnis zur Sparleistung betragen die Netto-Kapitalerträge 34,5%. Oder anders herum: Meine Sparleistung wurde durch die wiederangelegten Kapitalerträge um gut ein Drittel erhöht. Das wird 2017 prozentual weniger, weil aller Voraussicht nach mehr investiert wird.

Ca. 18% meiner monatlichen Ausgaben hätte ich über’s Jahr gerechnet von den Netto-Kapitalerträgen finanzieren können. Das ist ein guter Anfang.

Von thesaurierten Erträgen hat man zumindest am Anfang relativ wenig. Man muss am Jahresende sogar hinterherschießen. Mitunter deutlich mehr als man erwartet. Wenn man später Kapitalerträge nicht mehr wiederanlegen sondern davon leben möchte, sehe ich hier die Schwierigkeit, dass man um’s Verkaufen nicht herumkommt.
Vor der Entnahmephase könnte man in ausschüttende Produkte umschichten, muss dazu aber die Kursgewinne voll versteuern und das, wenn es dumm läuft und die Kapitalertragssteuer bis dahin gestrichen wird, möglichweise mit einem viel höheren, persönlichen Steuersatz.

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