Invest 2017

Vergangenen Samstag war ich das erste Mal auf der Invest, einer Anleger-Messe, die regelmäßig in Stuttgart stattfindet.

Schwerpunktthemen waren dieses Jahr neben Nachhaltigkeitsthemen, Sozial-Media-Investments, ETF-Boom und s.g. grünen Anlagemöglichkeiten vor allem das Zinstief und die hohen Aktienkurse.

Im bunt gemischten Publikum wurde viel spekuliert, prognostiziert, am Ende ging es immer darum eine mehr oder weniger wage Prognose für die Zukunft abzugeben (Trump, der Euro, die Märkte, die Zinsen). Es wurde versucht im Nachhinein den Trump-Effekt zu erklären, der wohl auch Clinton-Effekt hätte heißen können.

Was ich mitgenommen habe ist: Keiner weiß wie es weitergeht. Es kann auch keiner wissen. Klar ist, dass anhand objektiver Parameter wie z.B. das KGV, aktuell Aktien sehr teuer sind. Ob es einen Crash in naher Zeit gibt mochte niemand prognostizieren. Dass es irgendwann eine Korrektur geben wird, darin waren sich viele Experten einig, nur wann, das weiß eben keiner. Es sei gut möglich, dass der aktuelle Aufwärtstrend für einige Jahre noch anhalte, hörte ich an mehreren Stellen. Es gibt sehr viel Liquidität auf der Welt, auch durch die Politik der Notenbanken, die angesichts der niedrigen Zinsen kontinuierlich in die Aktienmärkte fließt. Weiter fließen immer mehr Gelder von Pensionskassen über Indexfonds in die Märkte.

Die Fallhöhe am Aktienmarkt ist im Moment hoch. Deshalb habe ich beschlossen, nochmals ein erbarmungloses Crash-Szenario für mein Depot durchzuspielen und gegebenenfalls meine Tagesgeld-Quote zu erhöhen.

In der Finanzblogger-Lounge konnte ich ein paar Worte mit dem Finanzwesir wechseln, den ich um eine Einschätzung meines Investments in Schwellenlandanleihen gebeten habe. Sein Urteil: Kann man machen, wenn die Anleihen dann eben zum Risiko-behafteten Teil des Portfolios zählt, wie ich das hier beschreibe. Er hat deutlich gemacht, dass er sehr bestrebt ist, den operativen Aufwand seiner Investments klein zu halten und dafür auch bereit ist, auf die letzten Zehntel Rendite zu verzichten (Stichwort Steuerstundungseffekt; Ausschütter vs. Thesaurierer). Beindruckt hat mich der Finanz-Journalist Markus Koch, der mit wahren Entertainer-Qualitäten seine Version der aktuelle Marktlage präsentiert hat. Der Andrang am Stand der Consors Bank bei seinen Talks war groß.

Unterm Strich fand ich es einen sehr lohnenswerten Ausflug auf das Messegelände nach Stuttgart; Wenn ich nächstes Jahr Zeit habe, fahre ich wieder hin.

4 Gedanken zu “Invest 2017

  1. finanziellefreiheit schreibt:

    Hallo,
    Danke für Deinen Bericht!
    Vor allem Dein Fazit, dass keiner so genau weiß, wo es hin geht, sollte uns allen zu denken geben. Das bedeutet nämlich auch, dass sich Market Timing und die Suche nach Überrenditen Kaffeesatzleserei sind. Ich würde das gerne zum Anlass nehmen, um passives Investieren zu propagieren – ich weiß ich widerspreche damit einigen der Investments in deinem kleinen Depot 😉
    Viele Grüße,
    FF

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  2. meinkleinesdepot schreibt:

    Vielen Dank für deinen Kommentar!
    Ja, das passive Investieren ist in aller Munde und für die meisten Anleger sicher die beste Art der Vermögensbildung. Das Augenzwinkern nehme ich gerne zur Kenntnis =)
    Ich habe über das letzte Jahr hinweg das Depot merklich entschlackt und kenne keinen Finanzblogger, der ein einfacheres Depot hat. Im Prinzip sind nur noch die Rubel Anleihen und die Apple Aktien nicht „passiv“, wenn man passiv als regelmäßiges ETF-Sparen bezeichnet. Diese Überbleibsel laufen beide so gut, dass es keinen Sinn macht im Moment zu verkaufen oder umzuschichten. Das sind die Rendite-Raketen im Depot.
    Ich kann mir gut vorstellen in Zukunft meine Strategie anzupassen und ein paar Dividenenstarke Aktien ins Depot zu holen oder den Anleihen-Anteil gegebenenfalls zu erhöhen. Regelmäßige Zahlungsströme sind psychologisch sehr wertvoll und können in Krisenzeiten stütztend wirken.

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